Die Marktsegmente und wofür sie bezahlt werden
DEX, Lending, Stablecoin, Staking – vier Mechaniken, vier Ertragsquellen, vier verschiedene Risiken.
Diese Lektion ist fachlich nicht geprüft. Sie wurde für diese Plattform verfasst und gegen die angegebenen Belege geschrieben; eine unabhängige fachliche Durchsicht hat nicht stattgefunden.
Lernziele
- Sie können zu einem Markt sagen, wer die Rendite zahlt und wofür.
- Sie können erklären, warum dieselbe Prozentzahl in zwei Segmenten Unterschiedliches bedeutet.
Vorwissen prüfen
Beantworten Sie diese Fragen für sich, bevor Sie weiterlesen. Wo Sie zögern, liegt der Nutzen dieser Lektion.
- Wer zahlt die Gebühr an einer Börse?
- Woher stammt der Zins auf einen Kredit?
- Was ist ein Liquiditätspool?
Kernkonzept
Vier Mechaniken, vier Zahler
An einem DEX zahlen Händler eine Gebühr an die Liquiditätsgeber. In einem Kreditmarkt zahlen Kreditnehmer Zins an Einleger. Bei einem Stablecoin verdient der Emittent an der Reserve und gibt davon gegebenenfalls etwas weiter. Beim Staking zahlt das Netzwerk für die Sicherung – aus Emission oder aus Transaktionsgebühren. Wer den Zahler benennen kann, hat die Ertragsquelle verstanden.
Dieselbe Zahl, verschiedene Bedeutung
5 % an einem DEX bedeuten Handelsvolumen – und gehen mit Impermanent Loss einher, wenn die Preise auseinanderlaufen. 5 % in einem Kreditmarkt bedeuten Kreditnachfrage – und gehen mit Liquidationsrisiko und Auslastungsrisiko einher. 5 % aus einer Emission bedeuten Verwässerung. Die Prozentzahlen sind vergleichbar, die Risiken dahinter nicht.
Die Segmente liegen übereinander
Ein Yield-Produkt legt Kapital in einem Kreditmarkt an, der einen Stablecoin als Sicherheit akzeptiert, dessen Preis ein Oracle liefert. Wer nur das oberste Segment sieht, sieht eine Rendite; wer die Kette sieht, sieht vier Stellen, an denen etwas ausfallen kann. Genau deshalb ist Komposabilität zugleich die wichtigste Eigenschaft von DeFi und seine wichtigste Risikoquelle.
Begriffe
- AMM im Glossar
- Ein Handelsmechanismus, der Preise aus den Beständen eines Pools nach einer Formel bildet, statt über ein Orderbuch.
- Impermanent Loss im Glossar
- Der Wertunterschied zwischen dem Halten von Vermögenswerten in einem Pool und dem bloßen Halten.
- Liquid Staking im Glossar
- Staking, bei dem die gebundene Position als handelbarer Token abgebildet wird.
Modell
DEX → Händler zahlen Gebühren an Liquiditätsgeber
Lending → Kreditnehmer zahlen Zins an Einleger
Stablecoin → Erträge der Reserve, beim Emittenten
Staking → Netzwerk zahlt aus Emission oder Gebühren
Anreizprogramm → Protokoll zahlt aus eigener Emission
Rechenbeispiel
Zwei Pools mit identischer APY
- Pool A
- Kreditmarkt, Stablecoin, APY 5,0 % (Basis 4,6 %)
- Pool B
- DEX-Pool, zwei volatile Token, APY 5,0 % (Basis 0,4 %)
Gleiche Gesamt-APY, unterschiedliche Zusammensetzung: A stammt überwiegend aus Kreditzins, B fast vollständig aus Emissionen – und B trägt zusätzlich Impermanent Loss.
Die 5 % sind nicht dieselbe Größe.
Lesart: Ein Vergleich allein über die APY stellt zwei verschiedene Risiken als gleich dar. Der Basis-Anteil ist die Zahl, die den Unterschied sichtbar macht.
Abruf
Übung an realen Daten
Suchen Sie je einen Lending-Markt und einen DEX-Pool mit ähnlicher APY und vergleichen Sie den Basis-Anteil. Notieren Sie, welcher der beiden ohne Anreizzahlung weiterbestünde.
Zwei Segmente im Explorer vergleichen →Anwendung
Ein Yield-Produkt weist 9 % aus und legt das Kapital in drei Protokollen an. Welche Frage stellen Sie zuerst?
Passende Fallstudien
Institutionelle Lesart
- Asset Management
- Welcher Teil der ausgewiesenen Rendite wäre in zwölf Monaten noch da?
- Beratung
- Kann der Mandant benennen, wer ihm diese Rendite zahlt?
Kennzahlen in dieser Lektion
Zum Mitnehmen
- Jede Rendite hat einen Zahler. Lässt er sich nicht benennen, ist das der wichtigste Befund.
- Gleiche Prozentzahlen in verschiedenen Segmenten sind nicht vergleichbar.
Belege
- EVD-2026-0008
DeFiLlama — DeFiLlama yields endpoint (/pools)