Jede Kennzahl entlang derselben sieben Schritte: Definition, Formel, Quelle, Interpretation, Grenzen, Risiko, institutionelle Relevanz.
„Live“ heißt: diese Plattform liefert den Wert selbst. „Nicht erhoben“ heißt: die Kennzahl wird als Konzept vermittelt und muss aus einer anderen Quelle belegt werden – sie bekommt hier weder eine erfundene Zahl noch einen erfundenen Verweis.
Fachlich nicht geprüft: Kein Eintrag dieses Katalogs ist bisher von einer fachkundigen Person geprüft worden. Die Einträge beschreiben die angegebenen Datenquellen und wie diese Plattform die Werte verarbeitet.
TVL (Total Value Locked)
LiveDer in US-Dollar bewertete Gegenwert aller Vermögenswerte, die zu einem Zeitpunkt in einem Pool, Protokoll oder einer Chain hinterlegt sind.
TVL = Σ (hinterlegte Menge_i × Preis_i)- Einheit
- US-Dollar
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, pro Pool schemavalidiert vor der Anzeige.
- Interpretation
- Eine Größenordnung: wie viel Kapital derzeit auf diese Mechanik gesetzt ist.
- Grenzen
- TVL enthält zwei bewegliche Teile – Menge und Preis. Ein TVL-Anstieg von 40 % kann reiner Preiseffekt sein, ohne dass ein einziger zusätzlicher Dollar eingezahlt wurde. Doppelzählung über gestapelte Protokolle ist möglich, und hinterlegtes Kapital ist nicht handelbare Tiefe.
- Abgrenzung
- TVL ist eine Bestandsgröße zu einem Zeitpunkt – keine Stromgröße, kein Ertrag und kein Maß für wirtschaftlichen Nutzen, Solvenz, handelbare Tiefe oder Sicherheitsniveau. Aus einem TVL-Wert folgt keine Aussage darüber, ob die Einlagen im Stressfall abrufbar wären. Bei Lending-Märkten meldet DeFiLlama je nach Protokoll das gesamte Angebot oder das Angebot abzüglich der Ausleihungen (Abgleich mit /lendBorrow am 27.09.2026); über Protokolle hinweg ist der TVL dort deshalb keine einheitliche Größe und nie die abziehbare Liquidität.
- Risiko
- Als Qualitätssignal gelesen führt TVL in die Irre: Kapital folgt Anreizen und zieht ebenso schnell wieder ab.
- Institutionelle Relevanz
- Setzt die Obergrenze dafür, welche Positionsgröße ohne erhebliche Preiswirkung überhaupt denkbar ist.
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APY (Annual Percentage Yield)
LiveDie auf ein Jahr hochgerechnete Rendite einschließlich Zinseszinseffekt, abgeleitet aus der aktuell beobachteten Rate.
APY = (1 + r/n)^n − 1- Einheit
- Prozent pro Jahr
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools; je nach Pool als Gesamt-APY und aufgeteilt in Basis- und Reward-Anteil.
- Interpretation
- Eine Momentaufnahme, nicht eine Zusage: die Rate wird fortgeschrieben, als bliebe sie ein Jahr lang konstant.
- Grenzen
- Die zugrundeliegende Rate ist variabel und ändert sich mit Auslastung und Emissionsplan. Die ausgewiesene APY berücksichtigt weder Transaktionskosten noch Impermanent Loss noch Steuern.
- Abgrenzung
- Fünf Größen sind auseinanderzuhalten. (1) Momentane Rate: der Zins, der in diesem Moment gilt. (2) Annualisierte Rate (APR): die Periodenrate r linear auf ein Jahr gerechnet, r × n, ohne Zinseszins. (3) APY: dieselbe Rate mit Zinseszins, (1 + APR/n)^n − 1. (4) Realisierte Rendite: was eine bestimmte Position im Rückblick tatsächlich erbracht hat. (5) Prognostizierte Rendite: eine Annahme über die Zukunft. Angezeigt wird ausschließlich (3), so wie DeFiLlama ihn meldet – diese Plattform rechnet ihn nicht selbst aus einer Rate aus. Die Zinseszinsformel unterstellt ein über das Jahr konstantes r – eine Annahme, die ein variabler Markt nicht einlöst. Ein APY dieser Plattform ist deshalb weder (4) noch (5).
- Risiko
- Eine ungewöhnlich hohe APY ist ein Hinweis darauf, dass eine Frage offen ist – welche, sagt die Zahl nicht.
- Institutionelle Relevanz
- Ohne die Aufteilung in Basis und Reward ist die APY für eine Ertragsplanung nicht verwendbar.
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Basis-APY
LiveDer Teil der Rendite, der aus der Nutzung des Marktes selbst stammt – Handelsgebühren oder Kreditzins.
apyBase (gemeldetes Feld); nachrichtlich: Basis-APY ≈ APY − Reward-APY- Einheit
- Prozent pro Jahr
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Feld apyBase.
- Interpretation
- Der Teil, der auch dann bestünde, wenn morgen jede Token-Emission endete.
- Grenzen
- Auch die Basis-APY ist variabel: sie hängt an Handelsvolumen bzw. Kreditnachfrage und fällt mit ihnen.
- Abgrenzung
- Basis- und Reward-APY sind eigenständig gemeldete Felder (apyBase, apyReward), keine durch Subtraktion gebildeten Größen; die Quelle definiert die Gesamt-APY als Summe der beiden. Vorhanden sein muss nur eines der drei Felder: fehlt die Gesamt-APY, bildet die Merkmalspunkte-Berechnung den Reward-Anteil aus apyBase und apyReward, statt den Gesamtwert als null zu lesen; angezeigt wird dann keine Gesamt-APY, sondern „–“. Fehlt umgekehrt apyBase, ist der Basisanteil unbekannt und nicht null – an dieser Stelle wird keine Null eingesetzt, sondern das Datenmerkmal „unvollständige Daten“ vergibt einen Punkt.
- Risiko
- Eine Basis-APY nahe null bei hoher Gesamt-APY heißt, dass praktisch die gesamte Rendite aus Emissionen kommt.
- Institutionelle Relevanz
- Die wiederholbare Komponente – der Teil, den eine Ertragsprognose überhaupt tragen kann.
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Reward-APY
LiveDer Teil der Rendite, der aus zusätzlich ausgeschütteten Token stammt.
apyReward (gemeldetes Feld); nachrichtlich: Reward-APY ≈ APY − Basis-APY- Einheit
- Prozent pro Jahr
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Feld apyReward.
- Interpretation
- Eine Anreizzahlung des Protokolls, bewertet zum aktuellen Preis des ausgeschütteten Tokens.
- Grenzen
- Die Bewertung setzt voraus, dass der Reward-Token zum angesetzten Preis verkäuflich ist. Bei dünner Liquidität des Reward-Tokens ist genau das die Frage.
- Risiko
- Emissionen enden nach Plan oder durch Governance-Beschluss; der Anteil kann auf null fallen, ohne dass sich am Markt etwas ändert.
- Institutionelle Relevanz
- Ein Ertrag in einem Token, den die Organisation nicht halten darf, ist operativ ein Verkaufszwang.
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APY-Veränderung 30 Tage
LiveDie Veränderung der APY eines Pools gegenüber dem Stand vor 30 Tagen, angegeben in Prozentpunkten (pp) und nicht als prozentuale Veränderung: von 4 % auf 6 % sind +2 pp.
Δ30T = APY heute − APY vor 30 Tagen (gemeldetes Feld apyPct30D)- Einheit
- Prozentpunkte (pp)
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Feld apyPct30D, übernommen wie gemeldet. Fehlt der Wert, steht „–“. Der Report setzt aus diesem Feld und den 1- und 7-Tage-Feldern den Verlauf eines Markts zusammen.
- Interpretation
- Zeigt Richtung und Größe der jüngsten Bewegung: ob die heutige APY über oder unter dem Stand von vor einem Monat liegt.
- Grenzen
- Verglichen werden zwei Zeitpunkte; was dazwischen geschah, zeigt die Zahl nicht. Ein ungewöhnlicher Wert an einem der beiden Enden bestimmt sie vollständig.
- Abgrenzung
- Diese Plattform liest das Feld als Differenz in Prozentpunkten, so wie Report und Glossar es ausweisen; eine unabhängige Prüfung dieser Lesart gegen die Beschreibung der Quelle ist nicht erfolgt.
- Risiko
- Ein starker Rückgang kann auf auslaufende Anreize hindeuten, ein starker Anstieg auf vorübergehende Knappheit oder neue Rewards – welches von beiden, sagt die Zahl nicht.
- Institutionelle Relevanz
- Zeigt, ob die heutige Momentaufnahme für den letzten Monat typisch ist, bevor sie fortgeschrieben wird.
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Ø APY 30 Tage
LiveDer Durchschnitt der von DeFiLlama gemeldeten täglichen APY-Werte der letzten 30 Tage.
Ø30T = Mittelwert der täglichen APY über 30 Tage (gemeldetes Feld apyMean30d)- Einheit
- Prozent pro Jahr
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Feld apyMean30d, übernommen wie gemeldet; diese Plattform rechnet den Mittelwert nicht selbst.
- Interpretation
- Ordnet die aktuelle APY ein: liegt sie deutlich über dem Mittel, ist die Momentaufnahme für den letzten Monat ungewöhnlich.
- Grenzen
- Ein Mittelwert glättet – Spitzen und Einbrüche verschwinden darin. Er beschreibt die Vergangenheit und sagt nichts über die künftige Rendite.
- Abgrenzung
- Wie die Quelle Tage ohne Wert und Pools behandelt, die jünger als 30 Tage sind, ist hier nicht geprüft; ein solcher Mittelwert kann auf weniger als 30 Beobachtungen beruhen.
- Risiko
- Ein Durchschnitt, den wenige sehr hohe Tage tragen, lässt einen Pool stabiler aussehen, als er war.
- Institutionelle Relevanz
- Eine ruhigere Bezugsgröße als ein Tageswert, wenn Renditen über Märkte hinweg verglichen werden.
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Auslastung (Utilization)
LiveDer Anteil des in einem Kreditmarkt bereitgestellten Kapitals, der tatsächlich ausgeliehen ist.
Auslastung = ausgeliehen / bereitgestellt- Einheit
- Prozent
- Datenquelle
- Für Lending-Märkte im Explorer verfügbar; zusätzlich gegen Aave und Morpho gegengeprüft, wo ein Treffer besteht.
- Interpretation
- Treibt den Zins: hohe Auslastung bedeutet hohe Nachfrage und in aller Regel höhere Zinsen für beide Seiten.
- Grenzen
- Sehr hohe Auslastung heißt zugleich, dass wenig freies Kapital für Abhebungen bereitsteht.
- Abgrenzung
- Die Kennzahl ist für Kreditmärkte definiert und hat in einem AMM-Pool keine Entsprechung – dort ist „bereitgestellt“ keine ausleihbare Größe. Der Nenner ist das bereitgestellte Kapital, also freier Bestand plus ausgeliehener Betrag; wie ein Protokoll Reserven, Reservefaktor und nicht abrufbare Bestände zuordnet, unterscheidet sich, sodass zwei Protokolle bei gleichem Zustand unterschiedliche Auslastungswerte ausweisen können.
- Risiko
- Bei nahezu vollständiger Auslastung kann eine Abhebung faktisch blockiert sein, bis Kredite zurückgeführt oder liquidiert werden.
- Institutionelle Relevanz
- Die Kennzahl, an der Liquiditätsrisiko in einem Kreditmarkt zuerst sichtbar wird.
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Abziehbare Liquidität
LiveDas Angebot eines Lending-Markts abzüglich des ausgeliehenen Teils – der Betrag, den eine Abhebung in diesem Moment rechnerisch höchstens vorfindet.
Abziehbar = max(0, Angebot gesamt − geliehen)- Einheit
- US-Dollar
- Datenquelle
- Von dieser Plattform berechnet aus den Feldern totalSupplyUsd und totalBorrowUsd von DeFiLlama /lendBorrow – nur für Märkte, zu denen dieser Endpunkt beide Werte meldet.
- Interpretation
- Wie viel Kapital für Abhebungen frei ist. Je höher die Auslastung, desto kleiner der Betrag.
- Grenzen
- Eine Momentaufnahme: jeder neue Kredit und jede Rückzahlung ändert sie. Protokolleigene Obergrenzen und Reserven sind nicht berücksichtigt.
- Abgrenzung
- Die Begrenzung auf null verdeckt einen Widerspruch in den Daten – gemeldete Ausleihungen über dem Angebot –, statt ihn als Liquiditätsmangel darzustellen, den diese Daten nicht belegen.
- Risiko
- Ist sie klein, kann eine Abhebung warten müssen, bis Kredite zurückgeführt oder liquidiert werden.
- Institutionelle Relevanz
- Die Obergrenze dafür, welche Position sich kurzfristig wieder abziehen ließe.
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Borrow-APY
LiveDer auf ein Jahr hochgerechnete Zinssatz, den Kreditnehmer eines Lending-Markts für geliehene Mittel zahlen.
Borrow-APY = apyBaseBorrow (gemeldetes Feld)- Einheit
- Prozent pro Jahr
- Datenquelle
- DeFiLlama /lendBorrow, Feld apyBaseBorrow. Reward-Vergünstigungen auf der Kreditseite (apyRewardBorrow) sind darin nicht enthalten; für Märkte, in denen nicht geliehen werden kann, bleibt der Wert leer.
- Interpretation
- Die Kosten der Nachfrageseite. Neben der Einlagen-APY zeigt sie, welche Spanne zwischen Kredit- und Einlagenzins liegt.
- Grenzen
- Variabel und von der Auslastung getrieben. Ohne die Reward-Vergünstigungen ist sie nicht der Netto-Zins, den ein Kreditnehmer tatsächlich trägt.
- Risiko
- Bei hoher Auslastung kann sie sprunghaft steigen; eine Position mit geliehenem Kapital wird dann teurer als geplant.
- Institutionelle Relevanz
- Grundlage jeder Rechnung mit geliehenem Kapital, etwa bei Carry- oder Hebelpositionen.
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Maximaler Beleihungsauslauf (Max LTV)
LiveDer höchste Anteil des Sicherheitenwerts, der beliehen werden darf.
LTV = Kreditwert / Sicherheitenwert- Einheit
- Prozent
- Datenquelle
- Marktparameter des jeweiligen Kreditmarkts, im Explorer ausgewiesen.
- Interpretation
- Die höchstzulässige Beleihungsquote beim Aufnehmen oder Erhöhen eines Kredits – also eine Aufnahmegrenze, keine Verwertungsgrenze.
- Grenzen
- Der Parameter ist eine Governance-Entscheidung und kann geändert werden, auch für bestehende Positionen. Er sagt nichts darüber, ab welchem Verhältnis eine Position liquidierbar wird; diese Plattform führt nur das Max-LTV-Feld und keinen Liquidationsschwellen-Wert.
- Abgrenzung
- Max LTV und Liquidationsschwelle sind zwei getrennte Marktparameter und dürfen nicht gleichgesetzt werden. Max LTV begrenzt, wie viel überhaupt aufgenommen werden darf; die Liquidationsschwelle – in aller Regel der höhere Wert – bestimmt, ab welchem Verhältnis eine Position verwertbar wird. Der Abstand zur Zwangsverwertung ergibt sich aus der Liquidationsschwelle und wird über den Health Factor gemessen, nicht über Max LTV. Daneben stehen weitere eigenständige Parameter: Liquidationsprämie, Liquidationsabschlag, Close Factor sowie Borrow und Supply Cap.
- Risiko
- Ein hoher zulässiger LTV verlagert Risiko in die Preisvolatilität der Sicherheit.
- Institutionelle Relevanz
- Entspricht funktional einem Haircut – nur einseitig änderbar durch Governance statt verhandelt.
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Liquidationsschwelle
Nicht erhobenDas Verhältnis von Kredit zu Sicherheit, ab dem eine Position durch Dritte zwangsweise geschlossen werden darf.
Position liquidierbar, sobald Kreditwert > Sicherheitenwert × Liquidationsschwelle- Einheit
- Prozent
- Datenquelle
- Marktparameter des jeweiligen Kreditmarkts, aus dessen Dokumentation oder Vertragszustand zu belegen – nicht Teil des Yields-Endpunkts dieser Plattform.
- Interpretation
- Der Punkt, an dem die Mechanik des Marktes gegen die Position arbeitet: unterhalb ist sie unauffällig, oberhalb ist sie Gegenstand fremder Verwertung.
- Grenzen
- Die Schwelle ist ein Governance-Parameter je Sicherheit und Markt, kein Marktpreis – sie kann geändert werden, und dieselbe Sicherheit trägt in zwei Märkten unterschiedliche Schwellen. Diese Plattform weist den Wert nicht aus.
- Abgrenzung
- Nicht mit Max LTV zu verwechseln: Max LTV begrenzt die Aufnahme, die Liquidationsschwelle die Verwertung. Ob die Verwertung tatsächlich auslöst, hängt zudem am Oracle-Preis, nicht am beobachteten Marktpreis, und wie viel einer Position in einem Schritt geschlossen werden darf, bestimmt der Close Factor.
- Risiko
- Je enger der Abstand zwischen Max LTV und Liquidationsschwelle, desto weniger Kursbewegung trennt eine zulässige Position von der Zwangsverwertung.
- Institutionelle Relevanz
- Die Schwelle, gegen die ein Limit- oder Nachschussprozess intern zu definieren wäre – nicht die Aufnahmegrenze.
Health Factor
Nicht erhobenDas Verhältnis aus gewichtetem Sicherheitenwert und ausstehendem Kredit; unter 1 ist die Position liquidierbar.
HF = (Sicherheitenwert × Liquidationsschwelle) / Kreditwert- Einheit
- Verhältniszahl, dimensionslos (Schwelle bei 1)
- Datenquelle
- Positionsbezogen aus dem Vertragszustand des Kreditmarkts; diese Plattform betrachtet Märkte, keine einzelnen Positionen, und führt den Wert deshalb nicht.
- Interpretation
- Die eigentliche Abstandsmessung zur Zwangsverwertung – die Größe, die Max LTV fälschlich zugeschrieben wird.
- Grenzen
- Ein Health Factor ist eine Momentaufnahme einer einzelnen Position. Er bewegt sich mit dem Preis der Sicherheit, mit aufgelaufenen Zinsen und mit jeder Änderung der Liquidationsschwelle.
- Abgrenzung
- Der eingehende Preis ist der Oracle-Preis des Marktes, nicht der Marktpreis einer Börse; beide können auseinanderlaufen. Die eingehende Gewichtung ist die Liquidationsschwelle, nicht Max LTV – wird stattdessen Max LTV eingesetzt, fällt der Wert zu niedrig aus und die Position wirkt näher an der Verwertung, als sie ist.
- Risiko
- Ein Wert knapp über 1 ist kein Puffer: schon eine kleine Preisbewegung der Sicherheit kann ihn unterschreiten.
- Institutionelle Relevanz
- Die Größe, an der eine Positionsüberwachung ansetzt – und die Grundlage jeder Nachschussregel.
Sigma (APY-Volatilität)
LiveStreuungsmaß der beobachteten APY-Werte eines Pools über die jüngere Historie.
σ = Standardabweichung der beobachteten APY-Werte- Einheit
- Dieselbe Einheit wie die zugrundeliegende APY-Reihe – in Prozentpunkten, sofern die APY in Prozent gemessen wird. Eine Standardabweichung ist nur dimensionslos, wenn es die Reihe selbst ist.
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Feld sigma.
- Interpretation
- Wie verlässlich die aktuelle APY als Erwartungswert ist: niedriges Sigma bedeutet stabile Rate, hohes Sigma bedeutet, dass der heutige Wert wenig über morgen sagt.
- Grenzen
- Ein Streuungsmaß beschreibt Vergangenheit. Ein Pool mit kurzer Historie hat zwangsläufig ein wenig aussagekräftiges Sigma. Hinzu kommt, dass die Parameter der Schätzung hier nicht bekannt sind (siehe Abgrenzung) – ohne sie ist der Wert ein Vergleichsmaß zwischen Pools, kein absoluter Streuungswert.
- Abgrenzung
- Eine Standardabweichung ist erst dann vollständig angegeben, wenn sechs Dinge mitgeteilt sind: Beobachtungszeitraum (Lookback), Abtastfrequenz, Anzahl der Beobachtungen, Schätzer für Grundgesamtheit oder Stichprobe (Nenner n oder n−1), Umgang mit fehlenden Werten und Umgang mit Ausreißern. Der DeFiLlama-Endpunkt liefert das Feld sigma als fertige Zahl und dokumentiert keine dieser sechs Angaben; diese Plattform berechnet den Wert nicht selbst und kann sie deshalb auch nicht nachtragen. Das ist eine offene Frage, kein stillschweigend gefüllter Parameter – aus demselben Grund wird der Wert im Explorer als blanke Zahl ohne Einheitenzeichen dargestellt.
- Risiko
- Niedrige Volatilität einer Rate ist keine Aussage über das Ausfallrisiko der zugrundeliegenden Mechanik.
- Institutionelle Relevanz
- Relevant für die Frage, mit welcher Bandbreite eine Ertragsprognose zu versehen ist.
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IL-Risiko (Kennzeichen)
LiveDeFiLlamas Kennzeichen, ob ein Pool nach dessen Einordnung Impermanent-Loss-Risiko trägt – ja, nein oder nicht angegeben.
- Einheit
- Kennzeichen (ja / nein / nicht angegeben)
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Feld ilRisk. Fehlt es, zeigt diese Plattform „–“ statt „Nein“; die Merkmalspunkte zählen die Lücke wie ein Ja (Faktor 3).
- Interpretation
- Trennt Pools, deren Wert nur vom Kurs der Einlage abhängt, von solchen, deren Wert auch vom Kursverhältnis zweier Assets abhängt.
- Grenzen
- Ein Ja oder Nein, keine Größe: wie hoch ein möglicher Verlust wäre, sagt das Kennzeichen nicht.
- Abgrenzung
- Kein Maß für einen eingetretenen Verlust. Impermanent Loss wird erst beim Abzug zu einem verschobenen Kursverhältnis realisiert, und Gebühreneinnahmen können ihn ausgleichen – das Kennzeichen berücksichtigt keins von beidem.
- Risiko
- Ein „nein“ bei einem Pool mit mehreren nicht wertstabilen Assets widerspricht der Pool-Mechanik und sollte an ihr gegengeprüft werden.
- Institutionelle Relevanz
- Entscheidet, ob eine Position allein über den Kurs eines Assets bewertet werden kann oder über das Verhältnis mehrerer.
Diese Kennzahl an realen Daten ansehen →Glossareintrag →
Exposure (ein Asset / mehrere)
LiveOb eine Position dem Kursrisiko eines einzelnen Vermögenswerts oder mehrerer gleichzeitig ausgesetzt ist.
- Einheit
- Kennzeichen (single / multi / nicht angegeben)
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Feld exposure, übernommen wie gemeldet. Fehlt es, zählen die Merkmalspunkte den Pool wie einen mit mehreren Assets (Faktor 3).
- Interpretation
- Bei mehreren Assets kommt zum Kursrisiko jedes einzelnen das Risiko hinzu, dass sich ihr Verhältnis verschiebt.
- Grenzen
- Sagt, wie viele Assets beteiligt sind, nicht welche: zwei Stablecoins sind ebenso „multi“ wie zwei stark schwankende Assets.
- Risiko
- Ein „single“ schließt nicht aus, dass das eine Asset selbst ein Bündel ist, etwa ein Liquid-Staking- oder LP-Token.
- Institutionelle Relevanz
- Bestimmt, gegen welche Kurse eine Position abgesichert oder überwacht werden müsste.
Diese Kennzahl an realen Daten ansehen →Glossareintrag →
Ausreißer-Kennzeichen
LiveDeFiLlamas Kennzeichen für Pools, deren gemeldete APY so weit außerhalb des üblichen Bereichs liegt, dass ein Datenfehler oder ein kurzlebiges Anreizprogramm wahrscheinlicher ist als eine dauerhafte Rendite.
- Einheit
- Kennzeichen (ja / nein)
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Feld outlier, übernommen wie gemeldet. Nach welchem Verfahren die Quelle es setzt, prüft diese Plattform nicht nach. Ein gekennzeichneter Pool bekommt ein Datenmerkmal (+2) und gehört nicht zum kuratierten Universum des Reports.
- Interpretation
- Ein Hinweis, die gemeldete APY nicht als Rendite zu lesen, bevor klar ist, woher sie kommt.
- Grenzen
- Ein Kennzeichen ohne Maß: wie weit die APY abweicht und wovon, sagt es nicht. Ein Pool ohne Kennzeichen ist nicht deshalb plausibel.
- Risiko
- Ein einzelner Ausreißer kann Mittelwerte, Summen und Ranglisten bestimmen, wenn er nicht ausgeblendet wird.
- Institutionelle Relevanz
- Ein Filter vor jedem Vergleich über Renditen hinweg.
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Handelsvolumen
LiveDer Wert der über einen Markt in einem Zeitraum gehandelten Vermögenswerte.
Volumen_24h = Σ Handelswert der Transaktionen in 24 Stunden- Einheit
- US-Dollar pro Zeitraum
- Datenquelle
- DeFiLlama /pools, Felder volumeUsd1d und volumeUsd7d – nur für Pools, zu denen DeFiLlama ein Volumen meldet, vor allem DEX-Pools. Für alle anderen Märkte aus einer DEX-Datenquelle oder direkt on-chain zu beziehen.
- Interpretation
- Tatsächliche Nutzung, im Gegensatz zu bloß hinterlegtem Kapital.
- Grenzen
- Volumen ist manipulierbar: Wash Trading und Eigenhandel eines Anreizprogramms erzeugen echtes On-Chain-Volumen ohne wirtschaftlichen Gehalt.
- Risiko
- Volumen ohne Gebührenaufkommen deutet darauf hin, dass der gemessene Handel dem Protokoll nichts einbringt.
- Institutionelle Relevanz
- Die Bezugsgröße dafür, wie vielen Tagen Handel eine geplante Position entspricht.
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Gebühren (Fees)
Nicht erhobenDer Betrag, den Nutzer eines Protokolls in einem Zeitraum insgesamt zahlen.
Fees = Σ von Nutzern gezahlte Beträge- Einheit
- US-Dollar pro Zeitraum
- Datenquelle
- Nicht in den Pool-Daten dieser Plattform enthalten; aus Protokolldokumentation oder einer Fee-Datenquelle zu belegen.
- Interpretation
- Was der Markt für die Leistung tatsächlich zu zahlen bereit ist.
- Grenzen
- Fees sind nicht Revenue: der größte Teil fließt regelmäßig an Liquiditätsgeber, nicht an das Protokoll.
- Risiko
- Fees und Revenue gleichzusetzen überschätzt die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Protokolls systematisch.
- Institutionelle Relevanz
- Die Ausgangsgröße jeder Bewertung, die nicht allein auf Tokenpreisen beruht.
Protokollertrag (Revenue)
Nicht erhobenDer Teil der Gebühren, der beim Protokoll bzw. seiner Treasury verbleibt.
Revenue = Fees × Protokollanteil- Einheit
- US-Dollar pro Zeitraum
- Datenquelle
- Protokolldokumentation und Treasury-Adressen on-chain; nicht Teil dieser Plattform.
- Interpretation
- Was dem Protokoll selbst bleibt – die Größe, mit der es Entwicklung und Sicherheit finanziert.
- Grenzen
- Revenue beim Protokoll ist nicht Ertrag beim Tokenhalter; ob ein Mechanismus beides verbindet, ist eine eigene Frage (Dimension 5).
- Risiko
- Ein Protokoll, dessen Ausgaben für Anreize den Ertrag dauerhaft übersteigen, finanziert sich aus Verwässerung.
- Institutionelle Relevanz
- Die einzige Grundlage für eine ertragsbasierte Bewertung.
Aktive Adressen
Nicht erhobenDie Zahl unterschiedlicher Adressen, die in einem Zeitraum mit einem Protokoll interagiert haben.
Aktive Adressen = |{Adressen mit ≥ 1 Interaktion im Zeitraum}|- Einheit
- Anzahl
- Datenquelle
- On-Chain-Indexierung; nicht Teil dieser Plattform.
- Interpretation
- Ein Näherungswert für Nutzung – ausdrücklich nicht für Nutzerzahl.
- Grenzen
- Adressen sind keine Personen. Eine Person kann hunderte Adressen halten, und ein Airdrop-Anreiz erzeugt genau das.
- Risiko
- Als Nutzerzahl interpretiert überschätzt die Kennzahl die Verbreitung erheblich.
- Institutionelle Relevanz
- Nur im Verhältnis zu Volumen oder TVL aussagekräftig, nie allein.
Marktkapitalisierung
Nicht erhobenUmlaufende Token-Menge multipliziert mit dem aktuellen Preis.
Market Cap = umlaufendes Angebot × Preis- Einheit
- US-Dollar
- Datenquelle
- Preis- und Supply-Datenquelle; nicht Teil dieser Plattform.
- Interpretation
- Eine theoretische aggregierte Marktbewertung: das umlaufende Angebot, bewertet zum aktuellen Referenzpreis.
- Grenzen
- Der Preis gilt für die zuletzt gehandelte Einheit, nicht für alle. Die Kennzahl unterstellt, das gesamte Angebot sei zu diesem Preis liquidierbar.
- Abgrenzung
- Die Kennzahl ist ausdrücklich nicht der Betrag, der heute handelbar oder liquidierbar wäre: schon eine im Verhältnis zur Markttiefe kleine Verkaufsorder kann den Preis erheblich bewegen, und der Preis gilt nur für die zuletzt gehandelte Einheit. Zwei weitere Größen sind Setzungen des Datenanbieters, keine Messwerte – was als „umlaufend“ zählt (Behandlung gesperrter, treasury-gehaltener und verbrannter Token) und welcher Referenzpreis verwendet wird. Zwei Anbieter können deshalb am selben Tag verschiedene Marktkapitalisierungen für denselben Token ausweisen.
- Risiko
- Bei dünner Liquidität kann die Marktkapitalisierung um ein Vielfaches über dem liegen, was tatsächlich realisierbar wäre.
- Institutionelle Relevanz
- Nur zusammen mit Handelstiefe und FDV zu verwenden.
FDV (Fully Diluted Valuation)
Nicht erhobenMaximales Token-Angebot multipliziert mit dem aktuellen Preis.
FDV = maximales Angebot × Preis- Einheit
- US-Dollar
- Datenquelle
- Token-Vertrag und Emissionsplan des Protokolls.
- Interpretation
- Was die heutige Bewertung implizieren würde, wenn jeder je vorgesehene Token bereits im Umlauf wäre.
- Grenzen
- FDV ignoriert den Zeitpunkt: ein Unlock in sechs Jahren wiegt anders als einer in sechs Wochen.
- Abgrenzung
- Die Formel setzt voraus, dass ein maximales Angebot überhaupt definiert ist. Bei unbegrenzter Inflation, dynamischem Angebot, per Governance änderbarem Emissionsplan oder schlicht unbekanntem künftigem Angebot existiert diese Größe nicht, und eine FDV ist dann entweder undefiniert oder stillschweigend aus dem heutigen Gesamtangebot gerechnet – was eine andere Kennzahl ist. Vor jedem Vergleich zweier FDV-Werte ist deshalb zu klären, welches Angebot der jeweilige Anbieter eingesetzt hat.
- Risiko
- Ein großer Abstand zwischen Market Cap und FDV zeigt an, wie viel Verwässerung noch bevorsteht.
- Institutionelle Relevanz
- Relevant für die Frage, ob die Haltedauer einen Unlock-Zeitpunkt überschreitet.
Staking-Quote
Nicht erhobenAnteil des umlaufenden Angebots, der gestaked und damit kurzfristig nicht frei handelbar ist.
Staking-Quote = gestaked / umlaufend- Einheit
- Prozent
- Datenquelle
- Staking-Verträge des jeweiligen Netzwerks bzw. Protokolls.
- Interpretation
- Ein Maß dafür, wie viel Angebot durch Bindung vom Markt genommen ist.
- Grenzen
- Liquid-Staking-Token machen die Bindung handelbar – die Quote misst dann nicht mehr entzogenes Angebot.
- Risiko
- Unbonding-Fristen wirken genau dann, wenn viele gleichzeitig aussteigen wollen.
- Institutionelle Relevanz
- Bestimmt, wie schnell eine gestakte Position überhaupt auflösbar ist.
Liquidationen
Nicht erhobenZwangsverwertung hinterlegter Sicherheiten, wenn eine Position die Schwelle unterschreitet.
Liquidationsvolumen = Σ verwerteter Sicherheitenwert im Zeitraum- Einheit
- US-Dollar pro Zeitraum
- Datenquelle
- Liquidations-Events des Kreditmarkts on-chain.
- Interpretation
- Der Mechanismus, der einen Kreditmarkt solvent hält – im Normalfall ein Zeichen funktionierender Risikokontrolle.
- Grenzen
- Die Zahl allein unterscheidet nicht zwischen geordneter Abwicklung und Kaskade.
- Abgrenzung
- Drei Größen werden häufig vermengt: verwertetes Sicherheitenvolumen, Anzahl der Liquidationsereignisse und Anzahl betroffener Positionen. Eine Position kann in mehreren Schritten verwertet werden, weil der Close Factor begrenzt, welcher Anteil auf einmal geschlossen werden darf – Ereigniszahlen liegen deshalb regelmäßig über den Positionszahlen.
- Risiko
- Liquidationen wirken prozyklisch: Verkaufsdruck senkt den Preis, was weitere Liquidationen auslöst.
- Institutionelle Relevanz
- Der zentrale Übertragungsweg von Marktrisiko in Kreditrisiko.
Uneinbringliche Forderungen (Bad Debt)
Nicht erhobenKreditbetrag, dem nach Verwertung der Sicherheit kein ausreichender Gegenwert mehr gegenübersteht.
Bad Debt ≈ ausstehender Kredit − erzielter Sicherheitenwert (vereinfacht)- Einheit
- US-Dollar
- Datenquelle
- Protokoll-Reports und On-Chain-Zustand des Kreditmarkts.
- Interpretation
- Der Beleg dafür, dass Liquidation im Ernstfall nicht rechtzeitig oder nicht zu ausreichenden Preisen funktioniert hat.
- Grenzen
- Bad Debt wird oft erst nachträglich beziffert; ein Stand von null heißt nicht, dass keine entstanden ist.
- Abgrenzung
- Die angegebene Formel ist eine didaktische Vereinfachung, nicht die Verlustrechnung eines Protokolls. Eine belastbare Ermittlung berücksichtigt mindestens: aufgelaufene Zinsen bis zum Verwertungszeitpunkt, tatsächliche Verwertungserlöse, Liquidationsprämie und Verwertungskosten, den zur Bewertung herangezogenen Oracle-Preis, die Bewertung verbliebener Sicherheiten, Reservedeckung und Versicherungsfonds sowie die protokolleigene Verlustzuweisung einschließlich sozialisierter Verluste. Welche dieser Posten ein Protokoll wie verrechnet, ist protokollspezifisch und aus dessen eigener Rechnungslegung zu belegen.
- Risiko
- Verbleibende Verluste werden je nach Protokoll auf Einleger, Reserven oder Tokenhalter verteilt.
- Institutionelle Relevanz
- Die Frage, die eine Bank zuerst stellt: Wer trägt den Restverlust?